Umgehungsstraße von Mühltal - Nieder-Ramstadt (B 426 neu)
Die FDP Mühltal hat sich von Anfang an und immer wieder mit
Nachdruck für den Bau der Umgehungsstraße von Mühltal -
Nieder-Ramstadt (B 426 neu) eingesetzt. Jetzt ist auch der Abschnitt durch den Lohbergtunnel fertig. Am 29.06.2007 um 1100 Uhr wurde er am Südportal in Anwesenheit des parlamentarischen Staatssekkretärs des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Achim Großmann, des Staatsministers des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Dr. Alois Rhiel, der Tunnelpatin Ruth Wagner, des Landrates des Landkreises Darmstadt-Dieburg, Alfred Jakoubek, des Bürgermeisters der Gemeinde Mühltal, Gernot Runtsch, des Präsidenten des Hessischen Landesamtes für Straßen- und Verkehrswesen, Wolfgang Scherz sowie den Nieder-Ramstädter Pfarrern Christoph Mohr und Hendrick Jolie, offiziell für den Verkehr freigegeben. Anschließend wurde dies lange erwartete Ereignis mit einem Straßenfest auf der Ober-Ramtädter Straße in Nieder-Ramstadt das ganze Wochende lang gefeiert. Das nebenstehende Bild aus der Broschüre „Bundesstraße 426 - Ortsumgehung Mühltal–Nieder-Ramstadt“ des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen Darmstadt (ASV) zeigt die Lage des neuen Lohbergtunnels.
Die FDP Mühltal bedankt sich bei allen Beteiligten, die dazu beigetragen haben.
Dieser Moment wurde von den Bürgern in Nieder-Ramstadt sehnlichst erwartet, damit sie endlich von dem seit langem unzumutbaren Durchgangsverkehr entlastet werden. Tausende von Menschen, die am Sondergrenzgang mit einer Tunnelbegehung am 24.06.2007 um 1130 Uhr teilnahmen, zeigten erneut das große Interesse der Bevölkerung an der Fertigstellung des Lohbergtunnels. Das nebenstehende Bild aus der Broschüre „Bundesstraße 426 - Ortsumgehung Mühltal–Nieder-Ramstadt“ des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen Darmstadt (ASV) zeigt das Nordportal kurz vor der Freigabe für den Verkehr.
Gleichzeitig wurde die B 426 im Bereich der Felsnase verbreitert und begradigt. Leider wird der dort planfestgestelte Radweg vorerst nicht gebaut, weil sich der amtierende Hessische Verkehrsminister von wenig sachgerechten Wahlkampfparolen vor der letzten Kommunalwahl 2006 hat beeinflussen lassen.
Die (fast) unendlich lange Vorgeschichte
Hier einige Daten zur - endlich fertigen - Umgehungsstraße von Mühltal - Nieder-Ramstadt (B 426 neu), die wohl einmalig sind und für sich sprechen:
Die FDP Mühltal hat sich von Anfang an und immer wieder mit
Nachdruck für den Bau der Umgehungsstraße von Mühltal -
Nieder-Ramstadt (B 426 neu) eingesetzt. Die FDP hat nie mit Klagen
oder der Forderung nach einem teuren Tunnel versucht, die Realisierung
der B 426 neu zu verzögern oder gar zu
verhindern. Umso mehr freuen wir uns, daß es in den letzten
Jahren mit vereinten Kräften gelungen ist, die beteiligten
Verkehrsminister in Wiesbaden und Berlin für die Dringlichkeit
dieser Maßnahme zu sensibilisieren. Da es sich bei der B 426 neu um eine Bundesstraße handelt, ist
der Bundesverkehrsminister in Berlin zuständig und muß die
Maßnahme finanzieren. Der Hessische Verkehrsminister und das Amt
für Straßen- und Verkehrswesen sind jedoch als
Auftragsverwaltung für die Planung und den Bau zuständig.
Nach intensiven Bemühungen des FDP-Bundestagsabgeordneten Dr. Heinrich L. Kolb und des damaligen FDP-Fraktionsvorsitzenden in der Gemeindevertretung von Mühltal, Dieter Kirchhoff, hatten sich bereits am 14.01.2000 der Hessische Verkehrsminister Dieter Posch und am 01.09.2000 der parlamentarische Staatssekretär Siegfried Scheffler vom Bundesverkehrsministerium in zwei Ortsterminen persönlich ein Bild von dem unzumutbarem Zustand in der Ortsdurchfahrt von Nieder-Ramstadt gemacht. Die vom Mühltaler Bürgermeister, Gernot Runtsch, einberufenen Funktionskonferenzen, an denen Vertreter der Verkehrsministerien von Berlin und Wiesbaden, Bundes- und Landtagsabgeordnete sowie Kommunalpolitiker aller Parteien teilnahmen, koordinierten die Arbeiten aller Verantwortlicher. Presse, Radio und Fernsehen haben mehrfach in eindrucksvoller Weise über die unerträgliche Verkehrsbelastung in der Ortsdurchfahrt von Nieder-Ramstadt in Wort und Bild berichtet.
Am 17. Oktober 2000 hatte der damalige Hessische Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) den
Planfeststellungsbeschluß für den 2. Bauabschnitt der
Ortsumgehung von Nieder-Ramstadt unterschrieben. Dabei sagte er u.a.:
„Alle Voraussetzungen sind gegeben, mit dem Bau des 2. Bauabschnittes
der Ortsumgehung von Nieder-Ramstadt ohne Verzögerung zu beginnen. Diese
Ortsumgehung duldet keinen weiteren Aufschub. Die Ortsumgehung von
Nieder-Ramstadt wird die überaus enge Ortsdurchfahrt von Durchgangsverkehr
und insbesondere vom LKW-Verkehr entlasten. Das Maß an Lärm und
Abgasen ist schon längst überschritten. Für Fußgänger
und Radfahrer ist das Nadelöhr ein Gefahrenpunkt erster Ordnung (Bild:
Hessischer Rundfunk, Redaktion Hessenschau). Wenn die Ortsumgehung gebaut wird,
kann die Gemeinde Mühltal endlich eine umfassende Verkehrsberuhigung in der
entlasteten Ortsdurchfahrt vorbereiten“. Am 25. Oktober 2000 kam dann aus
Berlin die frohe Botschaft, daß aus den Zinsersparnissen der
UMTS-Lizenz-Einnahmen des Bundes u.a. auch der 2. Bauabschnitt der
Umgehungsstraße von Mühltal - Nieder-Ramstadt (B 426 neu)
finanziert wird. Damit war die Planfeststellung, d.h. die Baureife, und
die Finanzierung der Umgehungsstraße Mühltal - Nieder-Ramstadt
(B 426 neu) erreicht. Das Amt für Straßen- und Verkehrswesen konnte
nun mit allen vorbereitenden Arbeiten (Ausschreibungen usw.) beginnen.
Bereits am 8. Juni 2001 wurde der offizielle „erste Spatenstich“ durch den damaligen Hessischen Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung: Dieter Posch (FDP) vorgenommen. Viele interessierte Bürger nahmen sich - trotz des sehr schlechten Wetters - die Zeit, um an diesem Ereignis teilzunehmen. Viel zu lange mußten vor allem die Anlieger der Ortsdurchfahrt von Nieder-Ramstadt auf dieses Ereignis warten!!
Zunächst wurden die Brücken über das Griesbachtal (links) und das Waschenbachtal (rechts)
sowie die notwendigen Geländeeinschnitte vor den Tunnelportalen gebaut
und die Hänge mit speziellen Ankern und Spritzbeton gesichert. Informationen des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen Darmstadt (ASV) hierzu findet man hier.
Der Tunnelanstich war für Ende 2002 vorgesehen. Er mußte aber verschoben werden. Aufgrund neuer strengerer Sicherheitsvorschriften mußten die Fluchttunnel umgeplant und erneut planfestgestellt werden. Der Auftrag für den Tunnelbau wurde an die Firma Max Bögl Tunnelbau, München, in Arbeitsgemeinschaft mit der österreichischen Tunnel-Spezial-Firma Swietelsky, Graz, vergeben. Offizieller Baubeginn war am 12.08.2003, das offizielle Bauende sollte am 12.06.2006 sein. Anfang September 2003 erfolgte die Baustelleneinrichtung.
Am 20.02.2004 um 1100 Uhr erfolgte der
offizielle Tunnelanschlag am südwestlichen Tunnelportal.
Die Darmstädter Politikerin und Vizepräsidentin des Hessischen
Landtags, Ruth Wagner (FDP), wurde Patin des insgesamt 1080 m langen Lohbergtunnels.
Im Norden wurden bereits 112 m, im Süden 65 m in offener Bauweise hergestellt:
die restlichen 903 m werden in bergmännischer Bauweise hergestellt.
Frau Wagner übernahm am 20.02.2004 beim offiziellen Anschlag des Tunnels
bei strahlendem Sonnenschein im Rahmen einer Feier dieses Ehrenamt. Der Tunnel
wurde nach dem Vornamen der Tunnelpatin als „Ruth Tunnel“ benannt.
Symbolisch wurde dabei eine Statue der Schutzpatronin der Bergleute, der
Heiligen Barbara, durch die Nieder-Ramstädter Pfarrer Christoph Mohr und
Hendrik Jolie geweiht und am Tunneleingang platziert. Eine zweite Barbara-Figur
geht in den Besitz der Stollen-Patin über.
Am Tunnelanschlag nahmen auch die parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr-, Bau- und Wohnungswesen, Angelika Mertens (SPD), die Bundestagsabgeordneten Walter Hofmann (SPD) und Andreas Storm (CDU), der Hessische Staatsminister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Dr. Alois Rhiel (CDU), der Landtagsabgeordnete Bernd Riege (SPD), der Abteilungsleiter im Hessischen Landesamt für Straßen- und Verkehrswesen, Hans-Gerhard Knöll, der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Prof. Dr. Hans Neunhoeffer (CDU), der Vorsitzende der FDP-Kreistagsfraktion, Klaus-Jürgen Hoffie (FDP), der Leiter des Darmstädter Amtes für Straßen- und Verkerswesen, Fred Nerschbach, der Mühltaler Bürgermeister, Gernot Runtsch (SPD), der stellv. Vorsitzende der Mühltaler Gemeindevertretung, Dieter Kirchhoff (FDP), der Bauleiter der Firma Swietelsky, Alexander Gasser, weitere Vertreter der genannten Baufirmen und viele Mühltaler Kommunalpolitiker sowie sehr viele Mühltaler Bürger teil. So wurde aus dieser Feier ein kleines Volksfest. Neben dem Darmstädter Echo, dem Lokalanzeiger, dem Kurier und dem Sonntags Morgenmagazin berichtete auch das Hessen Fernsehen. Die eigentlichen Tunnelarbeiten liefen seitdem auf beiden Seiten des Tunnels auf vollen Touren. Auf beiden Seiten mußte durch je einen dicken Schlauch von je einem großen Kompressor frische Luft in den Tunnel gepreßt werden.
Am 24.05.2004 ging erneut Tunnelpatin Ruth Wagner unter die Bergleute an der Baustelle des
Lohbergtunnels und konnte erfreut feststellen, daß es bei den Bauarbeiten
bisher keine Unfälle gab. Vom nordöstlichen Tunnelportal aus war man
damals ca. 230 m, vom südwestlichen Tunnelportal aus
ca. 280 m tief in den Berg eingedrungen. Damit war bereits damals mehr als
die Hälfte der Kalotte der 903 m langen, bergmännisch aufgefahrenen Hauptröhre ausgebrochen.
Die Tunnelarbeiten werden rund um die Uhr - auch nachts - weiter vorangetrieben.
Am 09.09.2004 gegen 9 Uhr gelang der Durchschlag der Kalotte. Ein Bagger durchschlug im Nieder-Ramstädter Lohberg-Tunnel den letzten Meter Fels und öffnete damit die 903 m lange, in bergmännischer Bauweise aufgefahrene Röhre, in der ab dem Jahr 2007 der Verkehr auf der B 426 neu um den Mühltaler Ortsteil herumgeführt werden soll. Auf dem nebenstehenden Bild sieht man die Tunnelpatin Ruth Wagner (FDP) und zwei Bergleute an der Durchbruchstelle. Die Tunnelbauer hatten damals damit - von Norden und Süden kommend - zunächst den oberen Teil des Stollens, die sogenannte Kalotte, durch den Berg getrieben. Damit war der Tunnel im Rohbau fast fertig.
Die Tunnelröhre war nun voll ausgebrochen und die Mineure sind längst abgezogen. Die Kalotte (oberer Teil des Tunnelquerschnitts), die Strosse (Mittelteil) und die Sohle (unterer Teil) sowie der parallel verlaufende Fluchtstollen waren voll ausgebrochen. Damit war der aufwändigste und gefährlichste Teil der Arbeiten erledigt. Das Tunnelportal am südwestlichen Tunnelausgang war nun im Rohbau fertig, der Innenausbau mit der gesamten Tunneltechnik danach in vollem Gange. Man kann schon erkennen, wie es nach seiner Fertigstellung etwa aussehen wird.
Jetzt waren für den Innenausbau des Tunnels die Betonbauer, Abdichter und Eisenflechter am Werk. Sie arbeiteten mit einem auf Schienen fahrenden sogenannten Ausbauzug, der aus dem Sohlewagen, dem Profilwagen, dem Abdichtungswagen, dem Bewehrungswagen, dem Schalwagen und dem Nachbehandlungswagen besteht. Die Sockel für die Schienen wurden erstellt, der Spritzbeton auf Unebenheiten und Risse überprüft, die Röhre mit wasserdicht verschweißten Kunststofffolien ausgekleidet, eine selbsttragende Stahlarmierung mit einem 40 cm dicken Betonmantel angebracht und - zur Vermeidung von Rissen - ein kontrolliertes Aushärten des Betons gewährleistet. Bei einer sehr informativen Tunnelbegehung am 15.09.2005 konnten sich Mühltaler Politiker ein Bild von den verschiedenen Arbeitsschritten beim Innenausbau des Tunnels machen.
Die Betoninnenverkleidung, der Straßenaufbau mit der Fahrbahndecke, die Gehwege, die 120 Meter lange Stützmauer außerhalb des Tunnels an der Nordseite und die Straßenanschlüsse nach draußen wurden bis zum Herbst 2006 komplett fertiggestellt. Erst danach konnte die gesamte Technik, wie die Tunnelbeleuchtung, die Belüftung des Stollens, die Drainagen, die Löschwasserleitungen, das Lüftungssystem, die Rauchgasabsaugung und alle anderen Sicherheitseinrichtungen eingebaut werden. Am 29.06.2007 sollen nun die ersten Autos zwischen Ober-Ramstadt und Eberstadt an Nieder-Ramstadt vorbeirollen können (s. o.).